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Mi., 15. April 2015

DREI. ZWO. EINS.  Michl Müller

TV-Aufzeichnung im Fernsehstudio des Bayerischen Rundfunks in Unterföhring
Ein heißer Sommertag ... und das Mitte April 2015! Im Normalfall könnte man eigentlich an der Stelle dieses Beitrages wieder eine Motorrad-Tourenbeschreibung mit schönen Bildern unseres Alpenraumes erwarten. Eigentlich ... es kam jedoch gaaaanz anders!  Wie so oft, hatte ich die Qual der Wahl! Bei dem herrlichen Wetter mit der Goldwing Kurven genießen und durch das Allgäu cruisen, oder den Nachmittag auf der Terrasse verbringen und am Abend gemütlich Fussball (Champoins League Porto - Bayern München) gucken, oder auch bei München einen Ausflug in die fränkische Mundart machen!

Ich hatte also geografisch gesehen die Wahl zwischen ALLGÄU,  Portugal und UNTERFÖHRING! Und was soll ich sagen, Unterföhring hat den Zuschlag bekommen.

So machten sich Marlies und ich am Spätnachmittag auf einen 300 km-Ausflug in Richtung München. Rechter Hand oftmals einen tollen Blick auf unsere wunderschönen bayerischen Alpen.

 

Doch was war an diesem Tag an Unterföhrung so besonders? Ein von uns hochgeschätzter Comedian aus Unterfranken zeichnete an diesem Abend im TV-Studio 2 des Bayer. Rundfunks seine neue Show auf.

Wir hatten bisher nicht das Glück IHN live bei einer Veranstaltung erleben zu dürfen, obwohl wir Anfahrten von 300 km und mehr auf uns genommen hätten.

Der Hinweis  AUSVERKAUFT bei den Online-Reservierungen machte uns bisher immer einen Strich durch die Rechnung!  

Doch diesmal hatten wir Glück und ergatterten Karten für die TV-Aufzeichnung an diesem heißen Sommertag ... und wer meine Goldwing und mich kennt ... Jaaaa, der weiß was ich aufgegeben habe ...

... für diesen DREGGSAGG aus der Rhön !

NEIN, das ist keine Beleidigung, sondern die vom Künstler für sich selbst gewählte Bezeichnung.

Also praktisch ist es der: 

Michl "DREGGSAGG" Müller himself!

Zum fränkischen Dialekt muss natürlich etwas erklärt werden. Der Franke und speziell der Unterfranke ist in der Formulierung seiner Aussagen ziemlich komprimiert ... soll heißen, er bringt in ein oder max. zwei Worten u.a. z.B. die ausführliche Spielanalyse des an diesem Abend verlorenen Bayernspiels (3:1) in Porto unter.

Michl Müller würde sagen: "bled gloffn!"

Nachdem ich vor einigen Jahren einen Unterfranken zum Schwager bekommen hatte, wuchs mittlerweile mein Verständnis für das Klangbild dieser außergewöhnlichen und kompakten Sprache. Meine Erinnerung an die in der Schule erlernte Kurzschrift kehrte zurück und ich erkannte die Vorteile dieser zeitsparenden Ausdrucksweise. Jaaaaa, man kann sagen ... mein Schwager spricht Steno!

So haben manche Zugereiste mit dieser fränkischen Wesensart doch anfänglich etwas Probleme, wenn der Unterfranke mit zwei Worten alles abschließend gesagt hat ... denn ... es kommt nix mehr hinten nach!!!!

Der Unterfranke hat:  FERTIG!

Nach unserer Ankunft in Unterföhring beim Bayerischen Rundfunk wurden wir mittels eines aufgestellten Plakates zum Studio 4 gelotst.

Dort erwartete uns die angenehme Frage: "Darf's ein kleiner Prosecco sein?". Wir hörten uns nicht NEIN sagen und überbrückten die kurze Wartezeit bis zur Öffnung von Studio 2 in mehr oder weniger "prickelnder" Gesellschaft.

 

 

19:15 Uhr  - Einlass in Studio 2 des Bayerischen Rundfunks in Unterföhring. Nachdem die Ausstrahlung dieser TV-Aufzeichnung für den nächsten Abend (bzw. Nacht) in der ARD vorgesehen war fiel mir der Slogan ein: "Bei der ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe!"

Marlies und ich also nix wie vor zur ersten Reihe  ... und was dort? Diesmal nicht "AUSVERKAUFT" sondern "RESERVIERT". War ja klar ... und wer wurde in die erste Reihe geführt und nahm dort Platz? ... blond, noch mal blond und auch noch hübsch ... natürlich!

Nachdem weder Marlies noch ich blond sind ... nahmen wir eben in der zweiten Reihe Platz.

Vor Beginn der eigentlichen Sendung wurde das Publikum, also wir, auf bestimmte Verhaltensregeln hingewiesen. Was man darf, was man soll, was erwünscht ist ... und was gar nicht geht ... also ein sogenanntes "NO GO".  So wurde u.a. gebeten die Mobilphones auszuschalten und weder zu filmen noch zu fotografieren. Man kann es natürlich langatmig und ausführlich erklären, so dass es bei jedem der insgesamt 190 Gäste auch ankommt. Auf fränkisch wäre dies natürlich wesentlich kürzer ...

 

Ausführliche Formulierung:

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Anwesende, liebes Publikum!

Im Rahmen dieser Fernsehaufzeichnung möchten wir sie darauf hinweisen, dass es grundsätzlich untersagt ist, jegliche Aufzeichnungen, egal ob Ton, Bild oder Foto während der Sendung zu machen. Der Mitschnitt dieser Sendung ist untersagt. Außerdem werden Sie gebeten ihre Handy's auszuschalten, da dies die Aufzeichnungsgeräte stören könnte. Wir danken Ihnen für ihr Cooperation.

 

Michl Müller würde sagen:

"NIX KNIPS!"

 

(Jaaa, das ist "Franken-Stenographie!)

 

 

Nachdem dies geklärt war, begann Michl Müller vor der eigentlichen TV-Aufzeichnung mit seinem "Warm Up"! Er wollte uns praktisch "aafleina" (auftauen).

 

Ich kann euch sagen, unsere Muskel-Sehnen-Platte welche die Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt, na das Zwerchfell eben, wurde wie auch unsere Lachmuskeln 30 Min. lang heftig strapaziert.

Anschließend begann die Aufzeichnung seiner Show Drei. Zwei. Eins. Michl Müller in der er das weltweite, aktuelle Wochengeschehen gekonnt in eine Chartliste verpackte und uns der Reihe nach in seiner unnachahmlichen Art fränkisch präsentierte. Vom "DADORD" bis zur fränkischen "Erodig". TOP!!

Nach der Aufzeichnung folgten eine Reihe von Zugaben, wobei im melodischen Teil die Frontplatzierung der "blond-blond-hübsch"-Zuschauerinnen erklärbar in den Vordergrund rückte!

"Schau mir in die Augen, Maadla!"

 

Im Anschluss wurden Autogramme geschrieben ...

... auch für Marlies!

... und jetzt

"dürft ihr knips!"

Soll heißen, dass wir Fotos von, ohne aber auch gemeinsam mit Michl Müller machen durften.

 

Es war ein toller, lustiger und humorvoller Abend mit einem sehr sympathischen Künstler der uns live unterhalten und einen sehr schönen Abend beschert hat. Es war die richtige Entscheidung , denn ... wir hatten im Gegensatz zu Bayern München gewonnen! Was soll ich jetzt Michl Müller so umschweifend und ausufernd loben ... wahrscheinlich ist es schon zuviel, denn ...

... Michl Müller ist ja Unterfranke!

Auf die Frage: Wie war's?   

gibt es diesmal von mir ein  ...

"bassd scho!

Schlussbemerkung: Dieses "fränkisch" hat so etwas unheimlich "In-sich-Ruhendes". Soll bedeuten ... Geht in Ordnung ... oder auch nicht. Yin und Yang eben. Das ist das "Dao" der Franken.

Und alles ist gut!

 

In diesem Sinne: Immer schön oben bleiben!

Euer   Hubert "Sunshine"